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Abschnitt 2: von Valdres weiter und zurück nach Oslo

So 04.07.2010
nahe Midtre Syndin
(10 km, 681 Hm)

Nachdem es gestern abend leicht genieselt hat, verziehen sich die Wolken und es wird recht sonnig. Es geht rauf auf's Fjell westlich von Fagernes. Ich hatte wieder mal den richtigen Riecher für eine schöne Strecke. Eine Privatstraße führt verkehrsfrei den Berg hoch. Es ist zwar oft 14% oft steil, aber es ist ein sehr idyllischer, schmaler Almweg. Weiter oben lädt mich ein lichtes Birkenwäldchen zum zelten ein. Es gibt zwar eine große Menge an Hausfliegen, die auch beim Herauffahren mich wie einen Bienenschwarm umkreisen. Es sind bestimmt ein paar Hundert. Aber wenig Mücken oder Knots. Auch die Aussicht ist passabel, zurück auf den bisher durchquerten Teil. Besonders der Skaget steht dominant im Blickfeld.

Weiter das Fjell hinauf kommen bestimmt wieder nur hunderte von Hütten. Deswegen ist heute hier schon am späten Vormittag Feierabend. Ich stelle mich zum Waschen in den Bach und laufe barfuß durch den Birkenwald. Dann gibt es Tee mit Keksen, während mein Solarladegerät die Akkus nachfüllt. Ach ja, auch viele kleine grüne oder schwarze Raupen wuseln überall rum.

Mo 05.07.2010
nahe Midtre Syndin
(0 km, 0 Hm)

Hier gefällt es mir. Hier bleibe ich.

Di 06.07.2010
am Flyvatn
(45 km, 697 Hm)

Heute zieht es mich weiter. Das Abenteuer lockt. In Form eines Wanderpfades als Abkürzung. Der erste Teil ist sogar als Mountainbike-Trail ausgeschildert. Der zweite fängt als gut ausgetretener Pfad für Angler an. Der verliert sich aber nach einem Kilometer im dichten Gebüsch und endet an einem munter fließenden Wildbach. Nichts war's mit der Abkürzung, kehrt Marsch zurück. Nach vier Stunden war ich wieder wo ich vorher war...

Mi 07.07.2010
Leira (bei Fagernes)
(60 km, 465 Hm)

Die Luft ist raus. Nein, ich habe keinen Platten, aber das Ende der Tour ist in planbare Nähe gerückt. Meine Tourenplanung sieht noch einen letzten kurzen Abstecher zum Ormtjernkampen Nasjonalpark vor, dann geht's nach Süden. Das Wetter ist auch recht bewölkt, Temperatur vormittags so um 11-14 Grad bei frischem Südwind. Vom Fjell geht es leicht abwärts zur RV 51, wo mittags ein Supermarkt mich zum Großeinkauf einlädt. Die Keks- und Schokoladenvorräte waren bedrohlich geschrumpft, auch Brot, Käse, Butter, Nudeln, etc. waren aufgezehrt.

Dann nötigt leichter Nieselregen meine Regenjacke anzuziehen. Aber es hat sich fast nicht gelohnt, nach einer Viertelstunde war's vorbei. Die Straße schwingt sich hinab ins Tal und auf einem kleinen Campingplatz endet die heutige Fahrt.

Do 08.07.2010
am Dokfløyvatn
(94 km, 1868 Hm)

Von Leira schwingt sich die Straße rauf. Morgens gibt es noch ein paar Sonnenstrahlen, dann regnet und mein Tacho säuft für ein paar Kilometer ab, bis der Regen zu leichten Schauern übergeht.

Eine lange Fahrt, weiter oben liegen an der Straße viele kleine Rastplätze mit Bänken, wo man auch zwei Tage bleiben darf. Ich fahre zum Dokfløyvatn weiter, wo ich mit Philipp vor zwei Jahren schon war.

Unser Platz schaut so aus, wie wenn wir erst zwei Wochen weg gewesen wären. Ja, die Wachstumsperiode ist hier auf 750 Meter nicht allzu lang. Sogar der Ascheberg vom damaligen Lagerfeuer liegt noch auf dem Stein. Allerdings ist die Asche schon braun und erdig. Der Stausee hat deutlich weniger Wasser als damals. Dafür führt das kleine Rinnsal in der Nähe klares Wasser.

Fr 09.07.2010
am Dokfløyvatn
(Fahrrad: 30 km, 300 Hm; Wandern: 18 km, 800 Hm)

Heute wandere ich auf den Spåtind (1414 m). Zuerst eine kleine Anfahrt von 15 Kilometern bis zum Synnfjorden, dann beginnt eine sehr schöne Wanderung. Das Wetter ist prächtig, die Sonne bringt die vielen Grünschattierungen der Berghänge zur Geltung, kleine Bäche murmeln lebendig talabwärts, kleine weiße und violette Blüten durchdringen das Grün und der azurblaue Himmel führt zu den Weiten des Weltalls. Nach sieben Stunden bin ich wieder zurück am Fahrrad und trete zurück zum Zelt. Ein paar Blasen und heiße Fußsohlen habe ich, etwas geschafft bin ich vom langen Tag. Aber das warme Licht der Abendsonne begleitet mich.

Zum Glück sind heute die Knots nicht so aktiv wie gestern und ich habe einen ruhigen Abend.

Sa 10.07.2010
am Dokfløyvatn
(0 km)

Der richtige Schwung zum Weiterfahren fehlt mir heute. Die Wanderung gestern war doch nicht ganz ohne. Es fehlt mir morgens die richtige Aufmerksamkeit. Sogar meine frisch aufgegossene Tasse Kaffee habe ich umgeworfen. Schade, ich hatte noch gar keinen Schluck ab bekommen. Naja, ich sehe es als Opfergabe an Mutter Erde und mache mir eine neue Tasse.

So lasse ich das Radfahren doch erst mal sein und genieße den sommerlichen Tag, gehe am Kiesstrand auf Schatzsuche und optimiere einem kleinen Wasserfall. Im Wald entdecke ich ein paar Walderbeeren, nur leider blühen diese erst und tragen noch keine Früchte. Auch die Blaubeeren brauchen noch ein wenig Sonne.

So 11.07.2010
Sløvika
(127 km, 998 Hm)

Nachmittags regnet es ein paar Stunden, ich komme gut durchfeuchtet am Campingplatz am Randsfjorden an, wo es auch wieder aufhört zu regnen.

Unterwegs sehe ich auch einige Rennradler oder Mountainbiker. Auch im Regen fahren die mit Sonnenbrille und kurzem Sporttrikot rum. Regenjacken hat fast keiner an. Ja, so richtig kalt ist es auch nicht und wenn man kräftig strampelt wird einem schon genügend warm. Und flott sind sie schon unterwegs, die nehmen den Radsport durchaus ernst.

Und je weniger man an hat, desto weniger wird auch naß. Trotzdem, mir ist's zu naßkalt und bevor der Regen stärker wird ziehe ich Regenjacke und -hose an. Später am Campingplatz laufen die Kinder im Badezeug durch die Gegend, da komme ich mir mit der Regenkleidung doch etwas overdressed vor.

Mo 12.07.2010
Viubråtan bei Harestua
(31 km, 543 Hm)

In der Morgensonne und ein wenig Wind sind die nassen Sachen bald fast trocken. Kurz vor elf bin ich wieder unterwegs und lasse mir Zeit. Die Tagesstrecke wird nicht allzu lang und ich genieße die Sonne. Ich fahre entlang von hügeligen Kornfeldern, in denen der Wind Wellen wirft. Vorbei an vielen landwirtschaftlichen Anwesen mit ihren individuellen Holzscheunen.

Interessant ist auch, dass ich bei Geldautomaten der Sparebank schon nun zum zweiten Mal mit meiner Kreditkarte kein Geld bekomme. Dafür funktioniert aber die EC Karte.

Die Blaubeeren sind hier unten auf 200 Meter über Meereshöhe schon fast reif, wenn auch noch nicht richtig süß. Zum Essen gibt es heute einen großen Topf Milchreis mit frischen Erdbeeren.

Auf dem Campingplatz ist es anfangs noch sehr ruhig, dann kommt ein Reisebus mit Selbstversorgung und Schlafkojen, die machen sich einen heiteren Abend. Mich stört es nicht, dass heitere Gerede hinter dem Bus dringt nur gedämpft zu mir. Das wäre bestimmt auch mal interessant, so im Grüppchen zu reisen.

Di 13.07.2010
Viubråtan bei Harestua
(0 km, 0 Hm)

Nachts leichter Nieselregen, tagsüber grau und ab Nachmittag wieder Nieselregen. Ach wie gemütlich ist es im Zelt, wenn die Regentropfen an die Plane klopfen und man genügend zum Essen in Reichweite hat. Endlich habe ich viel Zeit, um in meinem norwegischen Comic-Taschenbuch "Donald Pocket" zu schmöckern und die unbekannten Wörter im Wörterbuch nachzuschlagen.

Benny, ein Arbeitskollege, sitzt derzeit in der Nähe von Tunhovd wohl auch im Regen und hofft auf längeres besseres Wetter für die Strecke über den Rallarveien. Die Wetterprognose für Finse ist aber eher wenig begeisternd: morgen ist zwar prima Wetter, dann aber eher Wolken und leichter Nieselregen. Aber vermutlich ist die Langzeitvorhersage wieder zu pesimistisch und der Freitag wird passabel und ab Sonntag zumindest trocken.

Mi 14.07.2010
Frogner
(48 km, 450 Hm)

Heute bin ich unterwegs zu Markus und Janecke. Bei meiner Mittagspause entdecke ich im Wald eine große Menger reifer Blaubeeren, die mein Sammelfieber wecken. Abends wird gerillt, Pølser in Lompe. Und Blaubeeren in Milch mit Zucker.

Do 15.07.2010
München
(23 km, 150 Hm)

Mittags fahre ich zum Flughafen. Ein wenig werde ich vom leichten Regen naß, aber zum Glück ist der Wolkenbruch erst etwas später.

Es war ein schöner Sommerurlaub, warm wenig Regen und eine schöne Zeit in Freiheit und Natur.


Zurück geht es im Abschnitt 1.

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