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  Winfried Beer
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Abschnitt 2: Geilo, Rallarvegen, Voss, Bergen

Di 21.08.2007
Tungevatnet, am Anfang des Rallarvegen
(79 km, 1100 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(PG) Obwohl wir früh losfahren wollten kommen wir doch erst um 11 Uhr los. Der Weg führt an dem See entlang und bis wir auf die 40er Straße kommen haben wir schon 300 Hm gesammelt. An einer langen Steigung geht es hoch auf 1010 Meter. In der Ferne glitzern schon schneebedeckte Berge. Erfrischend geht es mit 60 km/h abwärts nach Geilo, einem Touri-Skiort, wie er auch in der Schweiz stehen könnte. Hier gehen wir Einkaufen und treffen auf einen Australier, der schon 8 Monaten mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Unser Plan ist, von Geilo aus, nach Westen zu radeln, um dann vor dem Einstieg zum Rallarvegen auf den Campingplatz zu bleiben. Nur hat sich der Campingplatz leider in Luft aufgelöst oder wir haben ihn einfach nur nicht gesehen. Jedenfalls wundern wir uns sehr, als wir praktisch schon vor dem Einstieg zum Rallervegen stehen. Wir entschließen uns, ein paar Kilometer auf dem Rallarvegen zu fahren, um dann irgendwo wild zu zelten. (Proviant haben wir genug für eine Woche.) Auf dem gut gepflegten Weg fahren wir wohl eine Stunde, als vor uns, umringt von Bergen, ein Bergsee auftaucht. Die Szenerie ist in ein warmes Abendliht getaucht, da es schon 20 Uhr ist. Der Rallarvegen selber beweist schon auf den ersten Kilometern, dass er mit gutem Recht "Schönster Radweg Europas" genannt werden darf. Dazu mehr im morgigen Bericht!

Morgendlicher Blick aus dem Zelt Schatten-Wuff See nach Tunhovd altes Vorratshaus auf dem Rallarvegen Bahnstrecke Zelt am Tungevatnet Abendlicht

Mi 22.08.2007
Klevavatn, nähe Myrdal
(42 km, 460 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(WB) Morgens ist es etwas frisch und die Sonne braucht ein wenig um das Zelt zu wärmen. Aber der erste Radler zieht schon um 7 Uhr an unserem Zelt vorbei. Wir starten etwas später bei prächtigem Bergwetter. In vielen kleinen Steigungen windet sich der Weg langsam bis auf 1348 m. Die wunderschöne Landschaft ist durchsetzt von grünen Heidegrasflächen, mit Flchten und Moosen bewachsenen Felsen, großen, klaren Seen und zahlreichen kleinen Tümpeln in denen sich das Wollgras widerspiegelt. Es gibt einige weiße Schneefelder zu durchqueren und ab und an erblicken wir die Gletscherzungen des Hardanger Jøkulen.

Das schöne Sommerwetter macht die vergangenen Nieselregentage vergessen. Ich hole mir einen leichten Sonnenbrand, der wird mich heute Nacht schön wärmen...

Etwa 6 km vor Myrdal, eine kleine Zugstation, läd uns am Klevavatn ein nettes Plätzchen zum Bleiben ein: kleiner Strand mit Badekule, ein ebener grüner Zeltplatz, plätscherndes Bächlein in der Nähe und beste Blicke auf See, Berge und Wasserfälle.

Zum Earl Grey mit frischen Limettenaroma lasse ich eine Rolle Kekse (die mit dem Himbermarmeladenklecks) verschwinden. Zum Abendessen nimmt sich Philipp eine Packung Tortelini vor, während ich mich dem Rest an Penne mit Butter widme.

Morgenkälte Schaf Eisenbahnunterführung Landschaft Hardanger-Jøkulen Schneefräse im Bahnhof Finse höchster Punkt des Rallarvegen PG am höchsten Punkt Hütte Rabe Zeltplatz

Do 23.08.2007
Voss
(56 km, 540 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(PG) Nach dem Aufstehen und Zusammenpacken müssen wir erst mal einen Platten im Hinterrad meines Steppenwolfes flicken. Scheinbar hat ihm das "Trail-Runterpesen" nicht so gut gefallen wie mir. Das Gepäck ist eben doch nicht zu unterschätzen!

Als es endlich losgeht ist das aber alles vergessen. Über die genialsten S2 Trails geht es mit 25 km/h abwärts. Mir geht durch den Kopf, dass der Rallarvegen in Norwegen eher als harmlos und als Familienradweg bezeichnet wird...
In Deutschland sind nicht mal die offiziellen Mountainbikestrecken so spaßig. Die kurzen S2 (man google nach "Trail Skalierung", wenn einem das nichts sagt) sind genau der richtige Mittelweg zwischen Anspruch und Spaß. Genau so, dass sie Spaß machen und man doch gefordert ist. Große Steinplatten und Stufen kreuzen den Weg und grobes Geröll stellen sich einem in den Weg. (Vor allem, wenn man ein bisschen die Bremsen offen lässt, macht es Spaß.)

Als dann noch der Weg an einem großen Wasserfall vorbeiführt, fällt einem endgültig die Kinnlade herunter. Kaum 10 Meter neben einem strahlend weißem Wasserfall, der aus einer Felsspalte schießt, geht es auf den schönsten Trails abwärts. Der Sonnenschein und die schneebedeckten Berge umrahmen die Szenerie und lassen es zu einem unvergesslichen Erlebnis werden!!! Das mag jetzt pathetisch klingen, aber wer nur ein bisschen für Trails und Landschaft übrig hat wird mir zustimmen, wenn er es selber erfahren hat!

Etwas weiter unten gibt es eine bewirtschaftete Almhütte, auf der wir uns 3 Waffeln gönnen. (Der Kaffee schmeckt mir miserabel.) Durch einen verwurzelten und dichten Wald geht es in engen Serpentinen weiter abwärts um dann auch mal wieder aufwärts zu gehen. Das Problem hierbei ist nicht die Steigung sondern mehr, das auch hier der Weg mehr einem Trail gleicht. Der grobe Schotter lässt auch uns einmal absteigen. Die größte Herausforderung wartet aber noch auf uns.

Vor uns thront nämlich unser vorläufiges Ziel: Myrdal Das Problem hierbei: er thront OBERHALB von uns. Und zu dem schlechten Weg gesellt sich noch eine ordentliche Steigung. Die schiebenden Radfahrer spornen mich noch mehr an. Das erste Stück ist das Härteste und hier schiebt Winnie auch lieber :P
Ich schaffe es hochzufahren und liege dafür oben fast waagerecht auf dem Bahnsteig und huste mir die Lunge raus.

Auf dem Bahnsteig treffen wir ein Pärchen vom Bodensee die ebenfalls auf Radreise waren. Sie haben noch mehr Pech als wir und müssen bis halb 6 auf ihren Zug warten. Wir nehmen nur den Regionalzug durch den Tunnel auf andere Bergseite und müssen nur 1 Stunde warten.

Auf der anderen Seite des Berges in Uppsete sind die Wege nur ein bisschen besser, was mich etwas betrübt, Winnie dagegen wahrscheinlich sehr freut. Seine Gurke hat Schwierigkeiten die Satteltaschen zu behalten und verfügt ja nicht mal über eine Federgabel. Später wird der Weg zu einer langweiligen Teerstraße, mit nervigen Bodenwellen. Noch immer sind wir 800 Hm hoch und müssen nach Voss, das auf 50 Hm liegt. Ich fahre ein bisschen vorraus und hänge mich an einen Hardtail-Fahrer, der ordentlich Tempo macht. Später kommen wir ins Gespräch, weswegen ich auch sein - für mich eigentlich zu hohes Tempo - mitfahre.

In Voss setze ich mich an den Spielfeldrand des örtlichen Fussballvereins und verfolge das Geschehen seit dem Aufwärmen. Als Winnie vorbeirollt steht es 2:0 für die Mannschaft in den roten Trickots. In Voss gehen wir noch für teures Geld Einkaufen und suchen dann den Campingplatz. Wir treffen hier 2 Frauen, die vorhaben den Rallarvegen in der anderen Richtung hochzufahren. Wenigstens sparen sie sich da das harte Stück rauf nach Myrdal. Aber empfehlen kann man den Rallarvegen in diese Richtung kaum... Um es nochmal zu wiederholen: der Rallarvegen ist der ultimative Norwegen-Radweg! Ein Erlebnis!

Brücke Wasserfall Suppe und Waffeln bei Seltuft Alm Seltuft Bahnstation Myrdal Voss bei Nacht

Fr 24.08.2007
Lothe bei Utne
(45 km, 530 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(WB) Ich bin froh, den unruhigen und überlaufenen Stadtcampingplatz von Voss zu verlassen und meist entlang eines netten Radwegs (ehemalige Bahntrasse) zu radeln. Ein paar kurze oder längere Steigungen hemmen meinen Vorwärtsdrang. Philipp wäre wohl lieber in Voss geblieben um Zeitung zu lesen und auszuspannen.

Der neue Campingplatz in Lothe (südlich von Utne) liegt ganz nett am Hardangerfjorden und ist fest in deutscher Hand. Bis abends ist auch er gefüllt mit durchreisenden Wohnmobilen und ein paar Zelten. Die Lage ist aber bei weitem besser als in Voss.

Das Wetter ist tagsüber sehr sonning, abends ziehen von Westen Wolken auf.

Philipp ist heute nicht satt zu bekommen. Zum Glück schmecken ihm meine Kekse nicht...

In Myrdal ist Knuffel bei uns mit zugestiegen. Bild siehe unten. Daneben ein Gruppenfoto von Körnchen, Knuffel und Wuff, wie sie es sich auf meinem Gepäck gemütlich machen.

Knuffel Körnchen, Knuffel und Wuff Wasserfall bei Skjervet Radwegweiser nach Bergen Fähre Kvanndal nach Utne Aussichtspunkt

Sa 25.08.2007
Lothe bei Utne
(0 km)

(WB) Heute machen wir Pause, rätseln and einem Bilder-Sudoku, Lesen SZ oder "Skrue Pocket" und waschen Wäsche. Durch den starken Wind und Wolken-Sonne-Mix werden die Sachen bald trocken, bevor ein weiterer Regenschauer durch das Land zieht.

Regenbogen elektronische Ausrüstung

So 26.08.2007
Lothe bei Utne
(0 km)

(WB) Heute machen wir Pause, rätseln an einem Bilder-Sudoku, lesen SZ oder "Skrue Pocket" und...
Ja, heute ist der zweite Wuffeltag. Die vielen Regenschauer und der Muskelkater lassen keine Motivation zum Weiterradeln aufkommen.

Im nett eingerichteten Aufenthaltsraum puzzeln wir ein wenig und schauen durch das Panoramafenster auf die Wellen.

Aufenthaltsraum Regenschauer

Mo 27.08.2007
Strandebarm
(49 km, 676 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(WB) Heute geht's weiter. Die Regenschauer lassen nach und unsere Vorräte sind aufgezehrt. Es gab zwar in den letzten Tagen jeden Morgen frische Brötchen und Pflaumen aus der Gegend, aber die Butter ist alle und die Gaskartusche macht bald schlapp. In Herand knippsen wir ein paar Bronzezeit-Steinritzereien und füllen im "Joker" unsere Vorräte auf.

Weiter nach Jondal und mit der Fähre über den Hardangerfjord nach Tørvikbygd. Nach ein paar Kilometer und landen wir in Strandebarm auf einem etwas verlassen wirkenden Campingplatz. Wir sind die ersten Gäste, später kommt noch ein Pärchen mit einem VW-Bus.

Zum Abendessen gibt es Rømmegrøt (Mehl/Grießbrei) mit frischen Pflaumen und Erdbeermarmelade. Später Tee und Lompe (Kartoffelpfannkuchen) mit Käse und Schinken überbacken und etwas Sauerrahm.

Nachdem Philipp sich über meine Socken beschwert hat, habe ich diese mal wieder gewaschen... Auch das Abtrockenhandtuch hat es nötig, da Körnchen mit dem Kaffee gekleckert hat.

Temperaturen auf Meereshöhe; tagsüber 12-15 Grad, nachts etwas frischer.

Blick über Herand auf den Hardangerfjorden graues Haus mit Regenschauern

Di 28.08.2007
Venjaneset
(48 km, 651 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(WB) Mit Sonne und frischem Gegenwind rollen wir weiter nach Westen. Wieder erklimmen wir zahlreiche Hügel und Bodenwellen. Uns ist kalt, beim Aufwärtsfahren schwitzen wir, beim Abwärtsfahren fröstelt es uns. In Eikelandsosen gehen wir Einkaufen (leider keine Pizza-Semmeln, dafür Krabben) und suchen einen windgeschützten Platz im Innenhof der Kommunalverwaltung. Vor dem Fährhafen Venjaneset geht es wieder aufwärts, zum Hafen abwärts, zum Campingplatz wieder aufwärts. Philipp ißt Penne, ich Lompe mit Schinken und Käse. Als Nachtisch Risengrøt mit Jordbaer Syltetøy.

See mit Berg

Mi 29.08.2007
Bergen
(40 km, 690 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(PG) Um gleich mal etwas festzustellen, was die letzten Tage zu kurz gekommen ist: es ist (teilweise ums verrecken) kalt geworden! (Man munkelt von Schneestürmen in Finse. Also dort wo auch wir vor ncht allzu langer Zeit durchgekommen sind. Es wird also Herbst in Norwegen, wie es auch mit unserem Aufenthalt langsam zu Ende geht... Aber nun zu der heutigen Tagesetappe. Wir packen fluchtartig unsere Siebensachen zusammen und flüchten von dem Campingplatz in Fusa. Tausende von Knots, also klitzekleinen beißenden Fliegen, schwirren umher und versuchen zuzubeißen. So klein sie auch sind, ein Biß ist schmerzhaft und hinterlässt größere Stiche als die normalen Stechmücken.

Von Fusa aus nehmen wir erstmal die Fähre und setzen auf die Bergener Halbinsel über. Nur langsam wird uns warm und wir kommen schlecht voran. Das Bergener Wetter erfüllt die Erwartugen voll und ganz: Regenschauer und Sonnenschein wechseln sich alle halbe Stunde ab. Auf unserem Weg liegt auch eine Klosterruine von Lyse, die wir uns anschauen. Im Klosterinnenhof steht leider nur noch ein kleiner Teil des ehemaligen Säulenganges. Aber pünktlich kommt die Sonne raus, so dass wir die grasbewachsenen Mauern in Ruhe betrachten und fotografieren können. Recht unspektakulär geht der Weg zum Campingplatz weiter und wir organisieren dort noch in aller Ruhe unseren morgigen Ausflug in die Innenstadt von Bergen (meine Nikon ist frisch geladen und Filme sind eingepackt). Zum Abendessen gab es Penne mit Garnelen aus dem Supermarkt. Morgen werde ich mal die Garnelen vom Bergener Fischmarkt ausprobieren!

Lyse-Kloster See hinterm Campingplatz

Do 30.08.2007
Bergen
(40 km, 250 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

(WB) Heute machen wir eine kleine Stadtbesichtigung in Bergen. Auf einem kleinen steilen Fußweg über den bewohnten Hügel, später über den Nattlandsveien finden wir ins belebte Zentrum, zur quirligen Fußgängerzone am Ole Bulls Platz und zum berühmten Fischmarkt am Hafen.

Da geht es turbulenter zu als am Viktualienmarkt in München. Sehr viele Sprachen ksnn man hier hören. Das liegt wohl auch an den zwei großen Kreuzfahrtsschiffen, die heute hier vor Anker liegen. Wir essen in einer Ecke Fish&Chips. Sehr fettig, sehr lecker (PG: Die Panade haben die guten Scampis aber nicht verdient) und trotz großer Portionen werden wir davon nicht so richtig satt. Deswegen kaufen und essen wir noch Lachsbrötchen.

Den Nachmittag verbringen wir im Aquarium, schauen uns putzige Pinguine und verspielte Seelöwen an. Beeindruckend finde ich die Becken mit den verschiedenen Salzwasser-Fischen. Insbesondere der Cat-Fish schaut recht aggressiv und grußlig drein. (Er schmeckt aber lecker.)

Auch die "Tyske Brygge", beliebtes Fotomotiv von Bergen, nehmen wir näher in Augenschein. Stabile kleine Holzbauten mit Kleidung- oder Krimskrams-Geschäften. Sogar ein Weihnachtsgeschäft ist mit dabei.

Das Wetter ist heute sehr sonnig, keinen Regentropfen haben wir heute abbekommen. Dabei ist Bergen für seinen Regen berühmt.(350 Regentage) Es heißt, dass nirgend so oft die Sonne aus den Wolken hervorkommt, wie in Bergen.

Brygge Häuserfront Cat-Fish zwischen den Häusern der Brygge Admiral bei Håkonshallen


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