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Abschnitt 1: Oslo, Elverum, Koppang, Dovre, Lom

Mi 13.08.2008
MUC-OSL, Hersjøen, Campingplatz
(25 km)

(PG) Vom Flugzeug aus sehen wir unsere geplante Strecke. Vorbei an Seen und Moos, über das nordische Fjell. Die Sonne scheint unsicher zwischen den Wolken durch, es ist Regen vorhergesagt.

Der Flughafen ist uns schon hinlänglich bekannt und es ist 15 Uhr bis wir wegkommen. Das Wetter bessert sich zusehens und es wird zeitweise richtig warm. Nur eine Gewitterwolke, die ihrem Namen alle Ehre macht, hält uns davon ab weiterzufahren.

Wir bewegen uns auf ausgetretenen Pfaden. Der selber Campingplatz, gleicher Zeltplatz wo vor 3 Jahren. Als das Wetter besser wird, können wir noch zum Supermarkt radeln und für die nächsten Tage einkaufen. Wir planen, 3 Tage ohne weitere Einkaufsmöglichkeit auszukommen und haben vor, in den Wäldern östlich des Mjösa nach Norden zu fahren.

Das Tagebuch wird alle paar Tage aktualisiert. Etwaige Bilder sind verkleinert dargestellt, um Kosten zu sparen. Eventuell werde ich etwas Zeit finden und über meine Erfahrungen mit meiner neuen Nikon F5 schreiben. Ich bitte um Verständnis, dass hier nur digitale aufgenommene Bilder zu sehen sind.

Do 14.08.2008
nach Mo
(68 km, 914 Hm)

(WB) Morgens gibt es noch etwas Nieselregen, der bald von der Sonne vertrieben wird. Über R&aslash;holt und Eidsvoll fahren wir zum Storsjøen. Dann weiter nach Norden auf einem ruhigen Privatweg noch ein paar mühsame Kilometer bis zu einem kleinen See. Direkt am Ufer findet Philipp einen festen Flecken Grün zum Zelt aufstellen.

Fr 15.08.2008
nach Mo
(0 km, 0 Hm)

(WB) Leichter Regen und Sonne wechseln sich ab. Nach dem anstrengenden gestrigen Auftakt legen wir eine Pause ein und genießen unseren Zeltplatz am See.

Philipp probiert den "Hobo-Ofen" aus, leider brennt das naße Holz nicht gut. Ich gege auf die Blaubeer-Jagd und erbeute eine Schüssel voll.

Sa 16.08.2008
nach Elverum
(63 km, 620 Hm)

(PG) Nachtrag zu Freitag: gegen Abend hält oberhalb unseres Zeltplatzes ein Lieferwagen an der Straße. Da hier sonst nichts ist, wofür es sich lohnen würde aus zu steigen, rechnen wir mit Besuch. Tatsächlich kommt der Norweger zu uns und fragt uns etwas aus, während er uns gleichzeitig Holz anbietet für ein Lagerfeuer. Anscheinend hat er unsere recht kläglichen Versuche mit dem Hobo-Ofen beobachtet. Wie es sich rausstellt, hat eine Hütte gegenüber des Sees. Unsere Erläuterung zu unseren weiteren Reiseplänen (Femund-See. etc) kommentiert er recht norwegisch mit "I cycled to Femundsen when I was 12."

Wir lassen uns aber nicht entmutigen und machen uns morgens auf die Socken. Anfangs läuft es etwas zäh, da das Wetter, nicht wie von unserem Besucher angekündigt, schön ist, sondern eher durchwachsen. Wahrscheinlich meinte er für norwegische Verhältnisse "nice" Wetter.

Da unsere Lebensmittelvorräte nicht für die kommenden Tage reichen wird, entscheiden wir uns, vom Fjell runterzufahren und heute noch eine Ortschaft anzusteuern. Morgen wäre es zu spät, da Sonntags die Supermärkte geschlossen sind. Die Abfahrt erweist sich streckenweise als eine großkieselige Holperpartie. Auf der Teerstraße im Flusstal radeln wir noch 27 km nach Elverum. Eine größere Stadt östlich von Hamar. Auch heute merken wir die vielen Höhenmeter in unseren Beinen.

Die weitere Planung sieht noch einen Abstecher in das Rondane-Gebiet vor, bevor wir uns Richtung Lom wenden.

So 17.08.2008
Kveasjøen
(40 km, 578 Hm)

(WB) Vormittags werden noch die lockeren Speichen von Philipps Hinterrad angezogen. Bei sonnigen Wetter radeln wir nach Norden, in Richtung Ringebu-Fjell. Die Nase läuft und ich habe etwas Halsweh. Zeltplatz bei einer kleinen Steininsel im Torfmoor.

Mo 18.08.2008
Birkebeinervegen, Sattel
(59 km, 900 Hm)

(PG) Der Wind pfeift außen um das Zelt. Trotz des mäßigen Wetters packen wir unsere Sachen zusammen und fahren los. Wir haben kein bestimmtes Ziel, sondern wollen versuchen vorwärts zu kommen.

Immer entlang des Birkebeinerveien, eine berühmten Loipe, bzw. Mountainbikeweg. Hier findet auch in 2 Wochen das Birkebeinerrittet statt. Ein Radrennen auf eben diesem Weg, das einen historischen Hintergrund hat. Die Teilnehmer laden sich extra noch Steine in den Rucksack um dem geschichtlichen Ursprung gerecht zu werden. Damals trug ein Mann irgendetwas (den Königssohn?) von Lillehammer aus nach Oslo. Genaueres weiss ich aber gerade auch nicht.

Der Weg führt recht auf und ab und so kommen wir nicht so recht voran. Erst als sich ein langes Flusstal vor uns erstreckt, kommen wir etwas in Fahrt und entscheiden uns, noch auf das 400 Hm höhere Fjell zu fahren.

Es ist 18 Uhr als wir oben ankommen. Außer ein paar Jägern sind wir alleine. Wir suchen uns einen Zeltplatz und werden etwa 300 m von der Straße weg fündig. Mit Ausblick auf die rot beschienen Berge im Westen (eventuell denen von Jotunheimen), deren Gipfel mit Schnee bedeckt sind, essen wir zu Abend.

Ich mache noch eine kleine Fjell-Wanderung, fotografiere und geniesse die Stille. Auf einer kleinen Anhöhe sehe ich mich um. Der Wind ist empfindlich kalt. Es hat kaum mehr als 6 oder 7 Grad. Wir sind oberhalb der Baumgrenze und ich habe den Eindruck im absoluten Nichts zu wandern. Einzig Moos und Steine finden sich hier. Das leicht diesige Wetter scheint hier immer zu herrschen. Man ahnt in dieser wunderbaren, so lebensfeindlichen Welt, eine Art Urzustand der Natur. Ein Extrem, das verzaubert. Hier zeugt, außer ein paar Steinmännchen, nichts sonst von Menschen. Man scheint allein zu sein mit der Natur und dem kalten Wind.

(WB) Toller Ausblick vom Zelt über die Berge im Westen.

Di 19.08.2008
Birkebeinervegen, Sattel
(6 km Wandern)

(WB) Heute machen wir uns einen lauen Tag auf dem Fjell. Die Wärme der Sonne geniessen, ein bißchen umherwandern, kleine Seen umrunden, Hügel besteigen und Kühe und Schafe besuchen. Philipp knippst mit seiner alten Kamera ein paar Langzeitaufnahmen.

Der Handyempfang ist ganz passabel, wenn man ein paar Meter aus dem Zelt raus geht.

Abends kochen wir gemütlich ein Zwei-Gänge-Menü und trinken Tee. Keine Mücken oder Knots stören hier in der Höhe von knapp 1100 Meter. Der frische Wind hat sie wohl vertrieben.

Hier kann die Seele baumeln, kann der Blick über das offene grüne Land bis zu den Bergen am Horizont schweifen. Die Gedanken treiben mit den Wolken und der Wind streicht über die Haut. Sofern man warm gekleidet ist.

Mi 20.08.2008
Koppang
(46 km, 168 Hm)

(PG) Der Regen peitscht um das Zelt und die Wolken hängen praktisch schon im Vorzelt. Wir wussten das schon am Vortag aus dem Wetterbericht, entschieden uns aber trotzdem für einen Tag Pause bei Sonnenschein.

Also blieb uns nicht viel Anderes übrig, als uns in die Regenklamotten zu werfen und die Straße wiederzufinden. Ab hier ging es erstmal gute 20 km und 850 Höhenmeter bergab. Dank meiner Kombination aus mehreren Lagen Kleidung war es sogar mollig warm. Einzig ein Schutzblech für das Vorderrad wäre praktisch gewesen. Bei 30-40 km/h, sandig nassen Boden und dicken Reifen flog mir der Matsch im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren.

Unten angekommen fahren wir noch die restlichen 18 km bis nach Koppang, einem größeren Ort, am Fluss entlang. Wir schlagen unser Zelt am Campingplatz auf und fahren dann noch schnell zum Einkaufen.

Das Wetter bleibt bedeckt, wenn es aber auch insgesamt wärmer ist. Wir hoffen auf gutes Wetter um uns morgen in Richtung Rondane Nationalpark auf den Weg machen zu können. Wünscht uns freie Fahrt.

Do 21.08.2008
vor Asgard, an der Atna
(60 km, 695 Hm)

(WB) Am Vormittag begleiten uns nur ein paar Regentropfen, dann wird es sonnig. Nachmittags radeln wir die Atna aufwärts und finden einen Zeltplatz mit Grill- und Sitzgelegenheit.

Fr 22.08.2008
hinter Grimsdalshytta
(65 km,595 Hm)

(PG) Um dem,vorhergesagten schlechten Wetter zu entgehen, stehen wir früher auf und sind so schon um 9 Uhr auf der Straße. Wir radeln noch 30 km auf der Teerstrasse entlang mit einem großartigem Eindruck der Rondane-Berge, an denen wir östlch vorbeifahren. Als die Berge flacher werden, biegen wir Richtng Westen ab und fahren nun nördlich der Rondane in einem breiten, schönen Flusstal hoch. Das Wetter spielt ebenfalls mit und beschert uns so manche Sonnenstrahlen. Mit Rückenwind fahren wir recht flott die leichte Steigung hinauf und kommen an einer großen Hütte des Norwegischen Wandervereins vorbei. Ein paar Kilometer weiter finden wir an dem Fluss ein Fleckchen grüne Wiese, wo wir unser Zelt aufschlagen.

Sa 23.08.2008
am Pass zum Haverdalen
(21 km, 538 Hm)

(WB) Morgens saust vor uns ein Fuchs über die Straße. Aber schnell war er am Hang wieder verschwunden. Vielleicht war es gar ein "Fjäll Räven"? Gemütlich radeln wir an Fjellheimen vorbei und höher ins Fjell. Wir suchen uns einen schönen Zeltplatz am Rande der Rondane und machen nachmittags eine Wanderung zum Berg Hornsjøhø (1566 m) mit gutem Rundblick auf die Rondane und Jotunheimen.

So 24.08.2008
Lom
(98 km, 1105 Hm)

(PG) Wir haben angenehmerweise Morgensonne und kommen so gut weg am Morgen. Wir rauschen von unserem Zeltplatz auf 1300 Meter nach Dovre, was auf ca. 600 Meter über Normal-Null liegt. Die Abfahrt verläuft wunderbar und ist Dank der Sonne nicht allzu kalt. Nur ein paar Zottel-Ochsen mit langen Hörnern stellen sich uns in den Weg.

Unten angekommen stellt sich die Straße, die wir fahren wollen, als anstrengend heraus. Da wir aber ansonsten die stark befahrene E6 nutzen müssten, blieb uns keine andere Wahl. Wir treffen einen Reise-Radl-Kollegen aus Holland, der ebenfalls unschlüssig war, welche Straße wohl besser wäre. Nach ein paar Kilometern wird das Tal zu eng und wir müssen auf die E6 ausweichen. Dank des Gefälles fährt es sich aber sehr flott, auch wenn die Straße schmal wird.

Wir nehmen noch eine Abkürzung nach Vågåmo durch ein Seitental mit einer Höhe von 600 Metern. Abwärts lassen die 16% Gefälle die Felgen und Reifen von Wini's Rad so heiß werden, dass wir stehen bleiben müssen. Der Reifengummi fing schon an zu schmurgeln, zumindest riecht es nach heißem Gummie. Meine Scheibenbremsen machen keinerlei Probleme. Wir nehmen noch einen kleinen Schleichweg mit und fahren die letzten Höhenmeter zum See auf einer Straßenbaustelle hinab.

Nach anfänglichem Zögern entscheiden wir uns, noch nach Lom weiterzufahren. Die 32 km stellen sich aber noch als eine harte Probe heraus, da noch so mancher Höhenmeter auf dem Weg liegt. Um 18 Uhr kommen wir etwa in Lom an und fahren noch zu dem etwas außerhalb gelegenem Campingplatz, auf dem wir schon mal vor 3 Jahren Halt gemacht hatten. Abschließend sei noch gesagt, dass er ziemlich teuer ist! 150 Kronen hat man uns abgeknöpft. Aber ich war zu erschöpft um zu protestieren...


Weiter geht es im Abschnitt 2.

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