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A5/A6 südl. Südinsel (282 KB)

Abschnitt 6: Invercargill, Balclutha, Roxburgh, OCRT, Dunedin

Mi 27.03.2002
Invercargill
(100 km, x Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Mit kräftigen Rückenwind fliege ich nach Osten bis nach Invercargill (50.800 Einwohner). Wer anders rum radelt ist selber schuld! (Hier an der Südküste werden wohl schon viele ihren Reiseradelführer verflucht haben, wenn die Strecke von Ost nach West beschrieben wird, so wie z.B. im Reise Know-How: Das Neuseeland Bike Buch von Reinhard Pantke.)

Der kleine Gum Tree Farm Motor Park (im Norden von Invercargill, etwas südlich des Holiday Parks) sieht nagelneu aus und ist liebevoll eingerichtet. Parfümiertes Toilettenpapier mit bunten Fischmotiven habe ich noch auf keinem Campingplatz erlebt. (Kostenloser Internetzugang.)

am McCracken's Rest Wasserturm in Invercargill

Do 28.03.2002
Invercargill
(Stadtbummel)

Auch heute bläst der Wind sehr kräftig. Ich habe keine Lust zum Weiterfahren, also bleibe ich hier und schaue mir ein bischen die Stadt an. Der Queens Park gefällt mir. Die quietschfidelen und kunterbunten Lovebirds im Vogelgehege sind meine Favoriten. Im Rosengarten leuchten die Rosen in der warmen Nachmittagssonne. Am Südende des Parks gibt es ein Museum und uralte eidechsenähnliche Reptilien (die Tuataras, Henry ist wohl nun 122 Jahre alt) zu bestaunen.

Auf den Hauptverkehrsstraßen herrscht Stop-And-Go-Verkehr, auf den Nebenstraßen ist es besser. Aber dies gehört zum Stadt-Flair, ebenso die alten Gebäude und der Wind.

Nachdem morgen am Karfreitag ausnahmsweise die Geschäfte geschlossen haben, kaufe ich im Pack'n'Save kräftig ein. Mit dieser Idee bin ich aber nicht alleine, im Supermarkt geht es rund! Bepackt mit zwei dicken Einkaufstüten links und rechts am Lenker steuere ich heimwärts.

Nach zwei Ecken werde ich an einer roten Ampel von einem Kleinbus aus angesprochen und man reicht mir meinen Fahrradcomputer HAC heraus. Erstaunlich! Dass das vermaledeite Ding sich selbständig macht, bin ich ja gewohnt. Aber das man mir das Teil im Stadtverkehr hinterherfährt, ist neu. Vielen Dank an die Kiwis! (Vermutlich wurde der HAC überrollt, beide linken Ecken sind abgebrochen. Da werde ich ihn nun besonders befestigen müssen.)

Rosen im Queens Park Railway Hotel

Fr 29.03.2002 (Good Day / Karfreitag)
Curio Bay
(95 km, 700(?) Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Wetter: In der Frühe scheint die Sonne, ab 9:20 Uhr gibt es dunkle Wolken, nachfolgend Regen, der am Nachmittag nachläßt. Dazu ein stetiger kräftiger Wind aus Südwest.

Prima Rückenwind. Sogar auf der nassen Schotterstraße sause ich geschwind voran.

Die Stichstraße zum südlichsten Teil der neuseeländischen Südinsel, dem Slope Point radle ich nicht ganz. Ein bis zwei Kilometer vorher drehe ich am letzten Hügelgipfel um, nachdem nichts besonderes zu sehen ist, nur Regen, Matsch, vorbeifahrende Autos und Campervans. Vermutlich muss man bis zum Strand sogar noch zu Fuß wandern, wozu ich bei diesem nassen und windigen Regenwetter überhaupt keine Lust habe.

An der Curio Bay gibt es einen "kuriosen" Campingplatz. Ein Labyrinth von Wegen und Zeltbuchten durchzieht das zweieinhalb Meter hohe Schilfgras (oder so ähnliche Pflanzen), so ist man trotz stürmischer klippennähe recht windgeschützt. Liebhaber von Blätterrascheln kommen hier voll auf ihre Kosten. Hier sollen auch Gelbaugen-Pinguine leben. Bislang ist aber noch keiner an meinem Zelt vorbeigewatschelt...

Heute gibt es wieder ein Foto von mir, gewidmet all denjenigen, die wissen wollen, wie lange nun mein Bart gewachsen ist.

Richtung Slope Point, mit Original Regentropfen Winnie in der Curio Bay

Sa 30.03.2002
Curio Bay
(Ruhetag)

Das Wetter ist heute "wie im April", kühl, windig, Regenschauer und Sonnenstrahlen. Nachdem es in der Curio Bay recht nett ist, bleibe ich noch einen Tag. Ehrlich gesagt, mir ist's zu kalt! Die Temperatur klettert von morgens 8 Grad auf sagenhafte 12 Grad Celsius. Bei kräftigen Sonnenschein wäre das in Ordnung, bei Wind und den noch von gestern nassen Klamotten aber eher unangenehm.

So finde ich endlich etwas Zeit zum Essen, Programmieren und Schmökern.

Sonnenaufgang ist um 6:57 Uhr, Sonnenuntergang um 18:38 Uhr. Flut ist um 1:25 Uhr und 13:37 Uhr.

morgens an der Porpoise Bay

So 31.03.2002 (Eastern / Ostersonntag)
Pounawea
(75 km, 987 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Wettertechnisch gesehen beginnt der Ostersonntag wie gestern. Aber was gibt es schöneres, als sich morgens gemütlich im Schlafsack einzumummeln, die Finger an einer heißen Tasse Kaffee zu wärmen, leckere Kekse zu knabbern und ein gutes Buch zu lesen während draußen der Wind den Regen an das Zelt peitscht?

Wie ich in meinem Kalender sehe, herrscht ab heute die Sommerzeit in Europa. Damit holt Europa, im Vergleich mit Neuseeland, noch eine Stunde auf und nun sind es nur noch 10 Stunden Zeitverschiebung. Wenn ich morgens um 7 Uhr wach werde, sollten die Kinder in Deutschland allmählich in die Heia hüpfen, denn es ist dann 21:00 Uhr. ("Manchmal kommen sie (aber) wieder...", Buchtitel von Stephen King und Erfahrung vieler Eltern und babysittender Onkeln und Tanten.)

Ich schmökere übrigens im lebhaft belustigenden und fesselnden Fantasy-Buch Hogfather von Terry Pratchett, dem zwanzigsten Band aus der Reihe Discworld (der Scheibenwelt, getragen von vier Elefanten, die auf der riesigen Schildkröte Great A'Tuin stehen und gemeinsam durch den Weltraum driften).

In Hogfather wird übrigens das achtbeinigen haarigen Monster im Keller mit einem "Locher" niedergemacht. (Oder welchen Gegenstand bezeichnet der englische Begriff Poker?)

Auch in Neuseeland ist der Osterhase fleißig am Eier verteilen, mir hat er auch eines gebracht und zwischen meinen Lebensmitteln versteckt. Viel Spass beim Suchen!

Am späten Vormittag gibt es länger blauen Himmel, ich packe motiviert zusammen, warte den letzten kurzen Regenschauer ab und starte los. Zehn Minuten später regnet und hagelt es was es geht. Munter klimmpern die Hagelkörner an meine Fahrradkingel und klopfen auf den Helm.

Den Regen gibt es den Rest des Tages in allen Variationen, die Anzahl der sonnigen Minuten kann man mit drei Fingern abzählen. Aber manchmal läßt der Regen für ein Viertelstündchen nach. Durchnäßt, verdreckt von der Schotterstrecke, leicht frierend sowie mit tauben Händen und Füßen erreiche ich das Motor Camp in Pounawea. Zum Glück gibt es da heiße Duschen und in der Küche prasselt ein kleines Kaminfeuer.

Die Tageshöchsttemperatur liegt bei 13 Grad, der Mittelwert wohl bei 9 Grad. Morgen sollen die Regenschauer etwas nachlassen, ab Mittwoch wird es schön.

Wo ist das Ei? Osterei Tautuku Bay

Mo 01.04.2002 (Ostermontag)
Pounawea
(Ruhetag)

Da meine Schuhe noch nass sind und die Sonne nur zaghaft zwischen den Wolken hervorblickt, bleibe ich noch einen Tag in Pounawea.

Di 02.04.2002
Balclutha
(57 km, x Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Im Tunnel Hill findet mich Katharine wieder. Sie hat einen Abstecher zum Milford Sound gemacht und mich nun wieder eingeholt. Wir radeln gemeinsam zum Nugget Point, wo der südlichste Leuchturm der Südinsel über einem Ring von Felsen (den "Nuggets") im Meer steht. Ein Regenbogen zeigt sich. Ja, es nieselt auch heute ab und zu. Am Kaka Point kann man am Strand über den Sand in den Wellen fahren und Muscheln sammeln. Ich fahre weiter nach Balclutha, Katharine zurück nach Owaka.

Nugget Point Lighthouse

Mi 03.04.2002
Roxburgh
(104 km, 361 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Morgens ist der Himmel noch stark bewölkt, aber trocken. Ich setze meine Gute-Laune-Brille auf (oranges Glas für die Fahrradbrille) und alles sieht bunt und sonnig aus. Das Gras ist saftig grün, sogar die dunkelgrauen Wolken sehen wie blauer Himmel aus!

Auf der engeren, leicht kurvigen Straße von Balclutha nach Clydevale rasen viele Trucks umher. Habe ich wieder so eine Truck-Rennstrecke erwischt, wo Radfahrer sich nur wie größere Opossums vorkommen? Die Landschaft ist schön, man radelt auf die Blue Mountains zu, irgendwo in der Ferne schimmern Schneegipfel unter der Wolkendecke.

Ab Clydevale ist aber Schluß mit Strassenverkehr, hier beginnt die verkersärmste Strecke von Neuseeland - nach meiner Meinung. Auf dreißig Kilometern nur zwei Autos und zwei Trucks, dass habe ich noch nicht erlebt. Genauso friedlich geht mein Weg weiter, auf dem geschotterten Millenium Track von Beaumont nach Millers Flat (arge Holperstrecke vor dem Track-Ende bei Millers Flat). Am Ostufer der Clutha weiter auf leeren Teerstraßen nach Roxburgh.

Das Laub der Bäume hat sich schon gelb verfärbt, die Sonne scheint gegen Mittag und es wird angenehm warm.

Diese heutige Strecke im Otago Country ist wunderschön, ich freue mich schon auf die nächsten Tage.

In Roxburgh gibt es viele Fruit-Picker und -Packer, da hier ein großes Obstanbaugebiet ist. Allerdings muss man im Akkord arbeiten und bekommt so zwischen 10 und 15 Dollar die Stunde - wenn man gut ist. Von ersten Morgenlicht bis zum späten Nachmittag Früchte pflücken. Morgens sind die Äpfel besonders kalt, erzählt mir Bernhard, der zum Obstpflücken regelmäßig von der Westküste hierher kommt.

Am Fluß Clutha Herbststimmung

Do 04.04.2002
Omakau
(70 km, 860 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Einige Hügel! Und auf dem HW 8 gibt es, gemessen an dem ruhige gestrigen Tag, doch einiges mehr an schnellen Verkehr. Ich mag keine Highways.

In Omakau ist der Domain Campground gleichzeitig lokaler Sportplatz. Hier werden die Sportfeste abgehalten, wozu sonst braucht man die vier Kühlschränke und vier Heißwasserboiler in der geräumigen Küche, als zum Bierkühlen und Kaffee kochen?

Bei einbrechender Dunkelheit treffen sich die Sportler zum Rugby-Training.

Die Äpfel sind reif. Brücke leckere Kekse für nur $1.75

Fr 05.04.2002
Ranfurly
(57 km, 365 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Leichter Regen läßt den Trail zur "tristen, naßkalten Holperstrecke" werden. Auf dem Schotter Otago Central Rail Trail rollt es sich nicht leicht, zudem steigt der Weg leicht an. In den Tunnels der Poolburn Gorge scheint es mir angenehmer und wärmer zu sein, als draußen.

Viele Viehgater muss man auf der Strecke öffnen und schließen. Zwischendurch habe ich eine Schafherde von einem Gatter zum nächsten getrieben. Die nächsten Radler in der Gegenrichtung werden die Schafe wohl wieder zurück treiben... Ich treffe auch wirklich auf weitere Radler: eine Frau mit Sohn (ohne Gepäck) und ein Pärchen (mit Gepäck). Aber so richtig lustig findet heute keiner das Wetter.

Normalerweise gibt es hier nicht viel Regen, das harte Gras ist braun oder grau, die Böden von der Sonne verbrannt.

Blick ins Laand ein Tunnel im Tunnel Poolburn Viaduct

Sa 06.04.2002
Middlemarch
(62 km, 85 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Gutes Wetter, lustige Eisenbahnwagen-Küche im Blind Billy's Campground.

Taieri Gorge Schafe bei den Poplars

So 07.04.2002
Dunedin
(20+5 km)
KARTE+DIAGRAMM

Ich muss nur 20 Kilometer bis nach Pukerangi radeln. Ab da geht es mit der Eisenbahn Taieri Gorge Railway in die "Großstadt" Dunedin (ca. 120.000 Einwohner). In Dunedin ist es kühl, windig und es schauert.

Taieri Gorge Railway Irgendwo in Dunedin


Zurück geht es im Abschnitt 5.

Weiter geht es im Abschnitt 7.


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