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A7 Dunedin-Christchurch (97 KB)

Abschnitt 7: Dunedin, Moeraki, Duntroon, Waimate, Temuka, Mt Somers, Christchurch

Mo 08.04.2002
Dunedin
(kurzer Stadtbesuch)

Das Wetter ist trübe. Traurig buche ich meinen Zubringerflug nach Auckland. Mir gefällt die zeitliche Termingestaltung gar nicht.

Di 09.04.2002
Dunedin
(Stadtbesichtigung)

Die Sonne scheint. Ich verschiebe meinen Heimflug um knapp zwei Wochen, nun von Christchurch via Auckland. Mein Besuchervisum läuft demnächst aus (ich bin schon knapp 3 Monate hier in Neuseeland), deswegen hole ich im Immigration Office einen Antrag zum Verlängern meines Visitor Permits ab. Dieses freundliche Office ist kein Vergleich zu den muffigen Amtsstuben mit stundenlangen Wartezeiten der Einwohnermeldeämter in München.

Im Bikeshop Cycles Surgery lasse ich den Freilauf meiner Hinterradnabe meines Fahrrades richten, er klemmt manchmal so stark, dass die Kette zwischen Streben und Reifen gedrückt wird. Kosten: knapp $80.

Während mein Fahrrad aufgepäppelt wird, mache ich einen ausgedehnten Stadtbummel, streune durch das Universitäts-Viertel und besuche das große Otago Museum.

Nachdem nun einige der mir liebgewonnenen Personen vor kurzem Geburtstag hatten, wünsche ich meinem Neffen Simon sowie P. und M. alles Gute zum Geburtstag. Speziell für euch drei habe ich eine "Geburtstagstorte" vorbereitet. Ich würde diese euch gerne zusenden, aber leider ist hier in Neuseeland noch kein Materie-Beamer installiert. Da muss ich sie halt nun selber wegputzen - in Gedenken an euch. Yumm!

Natürlich wünsche ich auch jedem, der dieses oder letztes Jahr Geburtstag hatte, alles Gute und darf sich gedanklich ein Stück vom Kuchen absäbeln. :-)

Der Clock Tower auf dem Unversitätsgelände Der yellow eyed penguin watschelt mitten durch Dunedin. Happy Birthday!

Mi 10.04.2002
Dunedin
(Ruhetag)

Morgens feuchter Nebel, der sich im Laufe des Tages zu einem tief hängenden Wolkengrau hebt. Meinen Flug bekomme ich heute umgebucht, die Verlängerung meines Visitor Permits ist schnell vollzogen, ich dürfte nun bis Juli in Neuseeland bleiben...

Auch entscheide ich mich für den Kauf einer neuen Regenjacke, nachdem bei meiner alten die Wasserdampfmembran davon bröselt. Farbe: knallgelb, um in diesem Novembergrau belebende Akzente zu setzen. Natürlich auch, um im Strassenverkehr besser gesehen zu werden. Die Tage sind nun schon recht kurz, Sonnenaufgang ist um 7 Uhr, Sonnenuntergang um 18 Uhr. Die Tage werden nur schleppend wach, morgens ist es noch lange trübe, spätnachmittags wird es bald diesig. Wo sind nur all die sonnigen Sommertage hin?

Do 11.04.2002
Palmerston
(72 km, 999 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Nun geht es nach Norden weiter. Ich teste meine Fitness an der Baldwin Street in Dunedin. Dies ist die offiziell steilste Strasse der Welt (mit 39 Prozent Steigung). Weit komme ich nicht, den Rest schiebe ich ehrgeizig hoch.

Baldwin Street

Fr 12.04.2002
Hampden
(32 km, 437 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Auf der ruhigen Strasse über den Horse Saddle und durch die Troters Gorge umgehe ich den lauten Highway 1.

Die Moeraki Boulder sind große Steinkugeln am Strand, entstanden durch chemische Prozesse im Schosse der Erde vor langer Zeit. Sie sind schon verwunderlich, diese verlorenen Riesenmurmeln im Sand.

Unweit der Boulder, In Hampden, schlage ich mein Zelt im strandnahen Motor Camp auf. Im Andrew's Takeaway gibt es köstlichste Fish&Chips. Die Fish&Chips-Wettbewerbe von 1997, 1998, 1999 und 2000 hat Andrew gewonnen, die Urkunden sind an der Wand ausgestellt. Nach meiner doppelten Portion gönne ich mir noch zwei Kugeln Eis und lasse den Tag allmählich am Strand ausklingen. Zurück im Camp spendiert Clive, der Campingplatzmanager, eine Runde Bier. Mein Familienname Beer (engl. für Bier) sorgt hier in Neuseeland immer wieder für Erheiterung.

am Strand Moeraki Boulder

Sa 13.04.2002
Danseys Pass Holiday Camp
(76 km, 740 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Ich habe genug von der Küstenradlerei, ich brauche nun wieder Berge, oder zumindest Hügel um mich herum! Deswegen fahre ich bald landeseinwärts zum Beginn des Danseys Pass. Hier liegt ein abgelegenenes Motor Camp im Tal des Maerewhenua Rivers.

Nachts kann glitzern tausende von Sterne am Firmament, ein paar dunkle Wolkenflecke ziehen durch. Ja, fantastisch sternenklare Nächte gibt es hier in Neuseeland häufig. Den Polarstern sieht man nur recht selten, :-), dafür das Kreuz des Südens. Wer mag, kann ja in München im Planetarium auch den Sternenhimmel der Südhemisphäre bewundern.

Auch Vogelgezwitschere ist zu hören. Mittlerweile weiß ich, dass mich vor einigen Wochen am Hot Water Beach kein chinesisches Glockengebimmel geweckt/genervt/zur Flucht getrieben hat, sondern nur eine Gruppe von zwitschernden Bellbirds.

Küste nahe Kakanui Kalksandsteinklippe

So 14.04.2002
Kelceys Bush
(108 km, 584 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

In der Nähe von Duntroon kann man die alte Felsmalereien und neuzeitliche Schmierereien begutachten (sog. Rock Drawings). Erstaunlich, einer fängt an, andere machen es nach. Das ist wie mit den Toilettensprüchen (in Neuseeland habe ich noch keine gesehen)...

In Kurow gibt es einen vollgestopften Trödlerladen, ab nachmittags nieselt es leicht. Aber meine neue Regenjacke ist wunderbar, die Regentropfen perlen schnell wieder ab.

Mo 15.04.2002
Kelceys Bush
(Ruhetag)

Der Himmel ist trübe, Wolkennebel wabern um die umliegenden Hügel. Ich bleibe im Kelceys Bush Farmyard Holiday Park, hier gibt es eine gemütliche und warme Küche. Morgens gehe ich mit Keith zum Tiere füttern. Sieben süße Stallhasen-Babies mümmeln ihr Frühstück, fünf Wallabies (kleine Kanguruhs), Emus, Alpakas, das laut schmatzende Kune Kune Schwein "Gobbo", ein Pony, ein Esel, Enten und weitere Tiere gibt es zu begrüßen.

Heute bin ich in der Zeitung Otago Daily Times auf der Titelseite des Regionalteils abgebildet, mit Clive (dem Campingward in Hampden), meinem Fahrrad und Zelt. Der Titel lautet: Sewage system not able to cope - dies und auch der gesamte Artikel hat nichts mit mir oder meiner Fahrradreise tun, ich war nur Statist für das Foto. In der Ferienzeit ist auf dem Campingplatz in Hampden recht viel los, so dass die Sickergrube wohl manchmal überläuft. Die Kosten für die angeordneten Verbesserungsmaßnahmen belaufen sich auf 54 Tausend neuseeländischen Dollar. Das sind so die Titelthemen...

Apropos Zeitung, in meiner oberpfälzer Heimat ist vor einigen Tagen in der Zeitung Der Neue Tag ein Artikel (Verweis zum Zeitungsartikel) über meine Neuseelandreise erschienen. Bei der Gelegenheit grüße ich nun alle Eschaweker!

Otago Daily Times

Di 16.04.2002
Temuka
(97 km, 783 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Ich radle auf ruhigen Wegen durch das grünes Hinterland. Unterwegs gibt es wieder alte Felsmalereien zu besichtigen.

Maori Rock Drawings

Mi 17.04.2002
Peel Forest
(49 km, ein paar Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Im Temuka Holiday Park fallen die Walnüsse vom Baum. Zum Glück zelte ich nicht drunter. Im Motor Camp im Peel Forest kann man trotz "Outdoor-Feeling" gut leben: Toiletten, Küche, Telefon, Strom, (mäßiger) Mobilfunkempfang, Shop+Campingverwaltung in 2.5 km Entfernung und eine riesige Grünfläche mit vielen Bäumen und Hecken. Nachts hätte ich mein Zelt fast nicht wieder gefunden, aber wozu habe ich den ein GPS dabei...

Ich bin wieder der einzige, der zeltet. Auch Campingmobile gibt es nicht viele, nur eines steht irgendwo einsam rum. Ganz allein bin ich aber nicht, die Cabins sind teilweise belegt und fünf junge Menschen vom DOC kümmern sich hier um den Naturpark (Possum-Fallen kontrollieren, etc.). In der Küche sieht es deswegen sehr nach "Junggesellenwirtschaft" aus, so dass ich erst einmal den Besen und Lappen schwinge, bevor ich mich wohl fühlen kann. Schließlich will ich hier zwei Tage bleiben.

Sandflies haben mich seit Wochen keine mehr belästigt. Dafür schnüffeln und fauchen nachts ein paar Opossums um das Zelt.

Camping im Peel Forest Motor Camp

Do 18.04.2002
Peel Forest
(Wanderung)
KARTE+DIAGRAMM

Ich wandere auf den Little Mt Peel (1311 m ü.NN). Das besondere an Neuseelands Wanderwegen sind die zahlreichen matschigen Stellen (ich vermute, dies liegt am lehmigen Untergrund), die vielen Stufen (damit es die Wege nicht komplett ausschwemmt) und die wunderbaren Holzstege (über die wohl matschigsten Stellen). Manchmal wünschte ich mir Gummiestiefel mit Fußballerschuh-Stollen zum Wandern... (Insiderschmankerl: Zumindest wünschte ich mir die famosen Gummiestiefel vom Marco, die finnischen Armeestiefel, die er rund um Island getragen hat (der Gag: meist am Rucksack, nicht an den Füßen!!) und über die Peter und ich täglich gelästert haben. :-)

Ich gebe zu, heute hat es mich mit dem Hosenboden mitten in den Matsch gesetzt. Da kommt Freude auf... Im allgemeinen geben sich die Kiwis bei der Pflege der Wanderwege aber schon Mühe, anber ein bisschen Outdoor-Feeling bleibt schon noch.

Wanderung zum Little Mount Peel Hütte unterhalb des Gipfels von Little Mount Peel

Fr 19.04.2002
Peel Forest
(Ruhetag)

Eigentlich will ich weiter zum Mt Somers fahren, beständiger Nieselregen und leichter Muskelkater (von der kleinen gestrigen Wanderung) überreden mich, im Zelt bzw. Campingküche zu bleiben.

Von der kleinen Auswahl an englischsprachigen Büchern in der Küche suche ich mir die alte und bekannte Weihnachtsgeschichte A Christmas Caroll von Charles Dickens aus. Während des Lesens esse alle meine Kekse auf, vertilge Unmengen an Schokolade (in Neuseeland gibt es die Tafeln im 250-Gramm-Format) und trinke dazu heißen Kaffee und schwarzen Tee.

Sa 20.04.2002
Mt Somers
(56 km, 418 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Im Sonnenschein radelt es sich gut gelaunt in das nahe Örtchen Mt Somers, am Fuße des gleichnamigen Berges.

Das einzige heutige Foto zeigt zwei wichtige Utensilien für Neuseeland: Sonnencreme und Insektenabschreckungsmittel. (Beides habe ich nun aber seit längerem nicht mehr gebraucht.)

Sonnencreme und Insektenabschreckungsmittel

So 21.04.2002
Mt Somers
(Ausflug zum Lake Roundabout, 80 km)
KARTE+DIAGRAMM

Eigentlich wollte ich zum Gipfel des Mt Somers wandern. Nachdem es aber nachts genieselt hat und ich bis Mittags noch hundemüde bin, mache ich nur eine kleine Spritztour um den Lake Roundabout und Lake Emma.

Hütte am Lake Emma

Mo 22.04.2002
Glentunnel
(62 km, 373 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Es nieselt bis um halb zehn, dann bleibt es grau, aber trocken. Gut genug um halbwegs gut gelaunt sich auf das Rad zu schwingen. Auf der leicht schiefen Canterbury Ebene rollt es mal ganz locker dahin, und mal kommt man sich auf "gerader Strecke" recht schlapp und langsam vor.

Nur die Rakaia Gorge bietet eine größere Steigung (zuerst schnell abwärts, dann erklimmt man schweißtreibend den anderen Rand der Schlucht.

Brücke über die Rakaia Gorge

Di 23.04.2002
Christchurch
(52 km, 10 Hm)
KARTE+DIAGRAMM

Das herbstliche Feuchtgrau am Morgen wird im Laufe das Tages vom Sonnenschein verscheucht. Die 52 Kilometer der voraussichtlich letzten Tagesetappe dieser Neuseelandreise sind recht schnell zurückgelegt. Trotz leichten Gegenwindes fahre ich mit 20,0 km/h meine zweitbeste Tagesdurchschnittsgeschwindigkeit. Schließlich geht es gute 200 Höhenmeter abwärts, mit nur 10 Höhenmeter Gegensteigung.

Die Beste war mit 20,4 km/h die Fahrt von Invercargill zur Curio Bay in den Catlins. Eigentlich nicht recht berauschend, in Norwegen war ich schneller.

Mi 24.04.2002
Christchurch
(Ruhetag)

Vorbreitungen für den Rückflug, Gepäck sortieren, ein letztes Supermarkt-Shopping in vertrauter Umgebung, (ja ich fühle mich nun recht heimisch in Neuseeland), Fahrrad putzen und schon mal die Schrauben lockern. Morgen geht es zurück in den regnerischen Frühling von München.

Zum Sightseeing habe ich keine Lust, zu fern sind meine Gedanken schon. Aber ich komme wieder, dass ist klar!

Do/Fr 25./26.04.2002
Christchurch/München
(Rückflug)
WELTKARTE

Drei Stunden lang habe ich mich mit Einpacken und Umpacken vergnügt Die meiste Zeit hat das Zerlegen und sorgsame Zusammenquetschen des Fahrrads in die kleine Versandbox gebraucht ("Rahmengröße"). Es ist schon erstaunlich, wie klein man ein Fahrrad zerlegen kann...

Am späten Nachmittag fliege ich nach Auckland, es bieten sich herrliche Blicke auf die dichte Wolkendecke unter mir im Schein der untergehenden Sonnen. Und mit der Air New Zealand geht es über Los Angeles nach London und dann weiter nach München.

Die Sitze an den Notausgängen haben zwar mehr Beinfreiheit, sind aber etwas schmäler. Ich bin nun beim Rückflug froh, keinen Notausgangssitz zu haben, die Beinfreiheit ist bei den normalen Plätzen vollkommend ausreichend und allemal besser als der ständiger Schulterkontakt mit seinem linken und rechten Sitznachbarn.

Angekommen in Deutschland scheint mir alles allzu vertraut. Der Neuseelandurlaub scheint nur ein schöner Traum gewesen zu sein. Nur Erinnerungen, Fotos und Souveniers sind geblieben (und ein bißchen Wäsche zum Waschen).

Ich bedanke mich bei meinen Lesern und allen, die mich auf meiner Reise "virtuell" oder persönlich begleitet haben. Ich hoffe, es hat Spass gemacht.

Bis zur nächsten Reise,
Euer Winfried


Zurück geht es im Abschnitt 6.

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